Gr. 1,5h – Teppich – 3. Unterricht A – Teppich entwerfen

THEMENBLOCK: Gr. 1-1,5 - Teppich

Lernziel

Wir greifen zentrale Gestaltungsprinzipen eines Teppichs auf:

  • Mitte = Mittelpunkt / Wichtigstes Element

  • Rahmen/Bordüre = Schutz und Abgrenzung

  • Muster = symbolische Bedeutung

und verbinden diese mit dem eingeführten Motiv (Widder etc.)

Materialien

  • Teppich-Bücher
  • ggf. Tonfiguren
  • A4-A3-Papier 70gr. + Bleistifte für Skizzen
  • dickes Papier A4/24×32/A3
  • Tusche
  • feder/Pinsel
  • Wassergefäße
  • Buntstifte/ Deckfarben/ Aquarell/Gouache

Vorbereitung

  • Tische
  • Teppich-Bücher
  • Widder in einer Teppich artigen Installation (auf einem Stück Teppich, auf einem größeren Stück Teppich, umrahmt durch etwas, ggf. erhöht, auf einer art niedrigem Podest

Grober Ablauf

  1. Teppich erklären + Bücher zeigen
  2. Gespräch zum konkreten Teppich der Kinder
  3. Entwürfe
  4. Umsetzung (beginnen) mit Bleistift+ Tusche + Wasserfarben/Buntstiften

Ablauf

1. Gespräch zur Bedeutung von Teppichen

  • Erzählen:

Orientalische Teppiche sind weit mehr als dekorative Bodenbeläge – sie besitzen eine tiefe kulturelle, künstlerische und historische Bedeutung.

Ursprünglich stammen sie aus Regionen wie Iran, Türkei, Afghanistan, Indien und dem Kaukasus. Dort wurden sie seit Jahrhunderten in Handarbeit geknüpft und dienten sowohl praktischen als auch repräsentativen Zwecken.

Kulturelles Erbe: Jeder Teppich spiegelt die Tradition, Religion und Lebensweise seiner Herkunftsregion wider.

Kunsthandwerk: Die Herstellung erfordert großes handwerkliches Können. Qualität zeigt sich in Knotendichte, Material (Wolle, Seide) und Farbgebung.

  • Teppich-Bücher zeigen
  • Aufbau besprechen und mit Bedeutung füllen:

Das Zentrum ist oft der wichtigste Ort im Teppich – dort befindet sich das „Besondere“, das „Heilige“ oder das, was geschützt werden soll.

Die Ränder sind wie Schutzmauern.

Der Teppich soll “den Himmel auf die Erde holen.”
In vielen Teppichen – vor allem in sogenannten Gartenteppichen oder Medaillonteppichen – wird im Zentrum das Paradies dargestellt. Im islamischen Kulturraum gilt der Garten als Sinnbild des Himmels (Paradiesgarten mit Wasserläufen, Bäumen, Blumen). Der Teppich schafft somit symbolisch einen „himmlischen Raum“ im irdischen Zuhause.

Das Zentrum als Heiligtum
Viele Teppiche besitzen ein zentrales Medaillon. Dieses wird häufig als symbolisches Zentrum der Welt oder als geistiger Mittelpunkt interpretiert. Bei Gebetsteppichen zeigt die Nische (Mihrab-Motiv) symbolisch in Richtung des Heiligtums in Mekka. Das Zentrum hat also oft eine spirituelle Bedeutung.

Bedeutung der Muster
Muster sind selten rein dekorativ. Häufige Symboliken sind zum Beispiel:

  • Lebensbaum → Verbindung zwischen Himmel und Erde

  • Blumen → Paradies und Fruchtbarkeit

  • Geometrische Formen → Schutzsymbole

  • Wasser- und Rankenmotive → Ewigkeit und göttliche Ordnung

Allerdings: Nicht jeder Teppich wurde bewusst mit theologischer Symbolik geknüpft. Neben spirituellen Deutungen spielen auch regionale Tradition, Ästhetik und handwerkliche Konventionen eine große Rolle.

Aufwand 10 min

2. Gespräch zum konkreten Teppich

Fragen an die Kinder:

  • Welche Eigenschaften hat ein Widder? (stark, mutig, wild, Beschützer. Er ist das 1. Tierkreiszeichen mit dem Element Feuer: der feurige Anfang des Jahres)

  • Welche Farben passen zu ihm?

  • Welche Muster passen zu seinen Eigenschaften? (Zacken = Kraft/Feuer, Spiralen = Bewegung/Horn/Jahreskreislauf, Blumen = Lebensraum usw., Abwandlungen seiner Körperformen als Muster= Kopf, Horn, Gesamterscheinung)

Sollten die Kinder mit ihrem eigenen Tier arbeiten, die gleichen Fragen ans eigene Tier stellen.

Aufwand 5 min

3. Entwurf eines Teppichs für den Widder

  • Inhalte aus Gespräch in die Skizzen einbringen
  • Lehrer zeigt, wie man Skizzen macht:
    • Gedanken aus Gespräch aufschreiben, oder aufzeichnen
    • falls Tier-spezifische Muster oder Zeichen entworfen werden sollen: Beispiel geben
    • auf einem A4 oder A3 Blatt mehrere lose Ideenskizzen machen, die unterschiedliche Gliederung aufweisen (Medaillon-Aufbau/ in Felder untergliedert), so wie auch im Buch gesehen
    • Kindern erklären, was Skizzen im Unterschied zu Bildern sind: man denkt, probiert und plant auf dem Papier

    Dann skizzieren die Kinder

Aufwand 20 min
Materialien
  • A4/A3 Papier 70gr, Bleistifte

4. Umsetzung

  • Kinder wählen unter Beratung des Lehrers eine Skizze aus und übertragen sie mit Bleistift auf ein wertiges Papier A4-A3 (ggf. mit Lineal)
  • Lehrer unterstützt dabei, da oft Proportionen beim Übertragen nicht eingehalten werden
  • Nachzeichnen mit Feder/Pinsel + Tusche
  • Kolorieren mit Buntstiften/ Deckfarben/ Aquarell/Gouache, je nach Wunsch/ Fähigkeit
  • darauf achten, dass Linien mit übermalt werden
  • umgekehrte Vorgehensweise auch möglich: erst kolorieren, dann Linien mit Schwarz nachziehen.
Aufwand restliche Zeit + ggf. nächster Unterricht
Materialien
  • dickes Papier A4/24×32/A3
  • Tusche
  • feder/Pinsel
  • Wassergefäße
  • Buntstifte/ Deckfarben/ Aquarell/Gouache

Variante 1 für kleine Kinder

  • je nachdem ob beim Bauen des Teppichs Papier-Streifen verwendet wurden, oder nicht, darauf Bezug nehmen bzw. dieses Element nun einführen
  • verschiedene Streifenbreiten zur Verfügung stellen und auch von den Proportionen passende mittlere Felder, die zur Gliederung der Teppichfläche genutzt werden können
  • Lehrer zeigt, wie er 1. den äußeren Rand mit Papierstreifen gestaltet, danach die mittlere Fläche
  • damit fügt er die beiden wichtigsten strukturellen Elemente zuerst ein
  • mit Kindern über Muster sprechen, die passend für das Teppich-Tier sind
  • dann weitere Arbeitsschritte deutlich machen
  • Kinder schneiden Streifen für ihren Teppich am Tisch zu und gruppieren sie auf die Bildfläche (A3 160gr/35×50)
  • die Größe des Papiers richtet sich nach den motorischen Fähigkeiten der Kinder
  • kleinere Kinder brauchen größeres Papier, ältere kommen mit kleinerem zurecht.
  • man kann die Kinder auch wählen lassen
  • nur müssen dann die Streifen zu beidem passen
  • Streifen mit Mustern bemalen. Dabei die Streifen vom Trägerpapier nehmen, um dieses nicht zu beschmutzen. Entweder mit Bleistift, oder direkt mit Ölpastell
  • ganz kleine Kinder können als Muster einfach Striche malen, oder Kreise, oder ähnliches
  • Gegebenenfalls das Trägerpapier einheitlich mit Kreide gestalten oder mit Beize schon gleich am Anfang des Unterrichts, damit es trocknet. Man kann auch Tonpapier nehmen
  • die Streifen aufkleben
  • mit Ölpastell und Tusche ergänzen und mit Beize (Tuschepinsel) oder Deckfarben (Kunsthaarpinsel) über-kolorieren
  • bei Beize: eine kleine Menge in Plastikschälchen tun und die Farben erst unmittelbar vor der Benutzung nacheinander auf den Tisch stellen, also erst Gelb, dann Rot, dann Blau, dann Grün.
  • denn die Farbe der Beize lässt sich schlecht erkennen und die Kinder verwechseln sie mitunter, oder gehen mit dreckigen Pinsel hinein und verderben so die Farbe
  • Man muss individuell schauen was im Prozess bei den Kindern passt. Wenn jemand eine feine bleistiftzeichnung gemacht hat dann wird er sie nicht mit ölpastell übermalen oder sollte dies nicht tun.
Materialien
  • A3-Papier/ 35×50 (aus 50×70) geschnitten
  • passende Papierstreifen unterschiedlicher Breite und Felder für die Mitte, ggf. aus Papier mit anderem Weiß-Ton geschnitten
  • Bleistifte
  • Kleber
  • Ölpastell
  • Tusche
  • Wassergefäße
  • Deckfarben oder Beize (in Schälchen)
  • und entsprechend Kunsthaarpinsel oder Tuschepinsel

Variante 2 für kleinere Kinder

  • Erst eine Teppich-Struktur mit Papierstreifen auf ein Trägerpapier oder einen Teppich-Stoff legen, um den Grundaufbau zu verdeutlichen/zu wiederholen (siehe Variante 1)
  • Lehrer zeigt dann Übertragung auf Malen an der Staffelei
  • zur Wahl stehen die Farbrolle oder breite Pinsel als Werkzeuge für die 1. Schicht
  • Lehrer demonstriert beides
  • er hat alle unten genannten Farben auf der Palette, aber die Kinder können sich später auch aussuchen, ob sie nur mit bestimmten arbeiten wollen, z.B. nur Rot, Weiß und Schwarz oder so
  • so sagt er das auch den Kindern
  • Lehrer zeigt, wie er 1. den äußeren Rand gestaltet, danach die mittlere Fläche
  • man muss sich die Farben vorher überlegen
  • damit fügt er die beiden wichtigsten Strukturellen Elemente zuerst ein
  • danach die Bereiche dazwischen gliedernd gestalten
  • Farbe dünn auftragen
  • kein Wasser benutzen, damit die Farbe schnell trocknet
  • in der 2. Schicht dann das Tier in die Mitte, sowie alle Details malen. Dafür entweder feineren Pinsel verwenden, oder weiter bei den großen Werkzeugen bleiben
  • Reihenfolge der Farb-Benutzung bei der Arbeit mit Rolle/breitem Pinsel, damit man sie nicht waschen muss zwischendurch: Gelb, Rot, Weiß, Grün, Blau, Violett, Schwarz. So passt die nächste Farbe immer halbwegs zur vorhergehenden. Von Hell zu Dunkel.
Materialien
  • Am Tisch: zum Üben der Strukturierung: Papierstreifen + Teppichstoff bzw. weißes Blatt Papier A3
  • Papier 35×50 (geschnitten aus 50×70) an Staffelei, waagerecht
  • Gouache, Farbrolle + breite Pinsel, zuerst ohne Wasser
  • danach auch schmale Pinsel + Wasser

Papierschneide-Vorlage ,+ Legevarianten

  • Einer drei Papier kann in so einer Form markiert werden und dann können mehrere zugleich übereinander gelegt werden und geschnitten werden mit dem Cutter

Ergebnisse Mo1 Göhrener