Farbseminar 3-4 Unterrichte

THEMENBLOCK: Gr.2: Zeit, Rhythmus und die Gliederung der Bildfläche

Lernziel

  • Wirkung von Farben und ihren Mischungen kennen lernen
  • lernen Primär- und Komplementärfarben auf der Palette zu mischen
  • lernen verschiedene Farbstufen anzulegen
  • und diese in einer Kollage gestalterisch einzusetzen.
  • Arbeitsabläufe kennen lernen, und dadurch lernen wie man strukturiert vorgeht um ans ziel zu kommen
  • die damit verbundenen Fertigkeiten erlernen, wie Umgang mit Lineal, Cutter und Pinsel, Beschriftung seiner Arbeitsmittel, ordentlicher Einsatz von Kleber, Auswaschen von Acrylpinseln etc.
  • eigenständige künstlerische Arbeit ermöglichen auf Grundlage einer umfangreichen Übung

Materialien

  • Schema Kompementärfarben
  • 4 Farbtuben-Paare:
  • Cyan + mittel-warmes Rot
  • Ultramarin + Orange
  • Violett + Gelb
  • Mittleres Grün + Magenta, bzw. kaltes Grün + Purpur
  • Acryl-Paletten, Wassergefäße, Lappen
  • Papier A4/A3 160gr fürs Malen

 

ca. ab 2. oder 3. Unterricht:

  • 240gr A3 ganz oder halbiert, als Untergrund für die Kollage
  • Klarsichthüllen/Briefumschläge mit Namen der Kinder um die Farbtafeln zu sammeln, ggf. Gummis zum geordneten Zusammenhalten einzelner Farbnuancen
  • Schneidebretter, Cutter, Lineale, Bleistifte
  • Flüssigkleber oder sehr guter Klebestift

Vorbereitung

  • 2-4 hohe Tische
  • einer zum Malen und später, wenn die Gruppe keine homogene Geschwindigkeit hat, zusätzlich einer zum Schneiden + Kleben,  mit jeweils allen nötigen Utensilien
  • ggf. fertige Beispiele, Schema Farbspektrum und Farbtuben zum Demonstrieren der Pärchen parat haben

Grober Ablauf

Thema: Farbstimmung – reine und gemischte Farben – Farbcollage

  1. Besprechung Farbspektrum, Licht, Komplementärfarben
  2. Ablauf erklären und Mischen demonstrieren
  3. Zeichnen der Felder
  4. Malen aller Komplementär-Duos
  5. auseinander schneiden in Quadrate
  6. kollagieren

Dieses Thema entstammt dem Sonntagsworkshop und ist so noch nicht im Unterricht ausprobiert worden.

Ablauf

Ablauf der Unterrichtsreihe

  • erst 4 Papiere in 8 Teile teilen
  • dann erstes Farbpaar aussuchen
  • und oben reine Farben und darunter 3 Gradationen der Spektralfarben gemischt mit ihrer Komplementärfarbe malen, trocknen lassen (Heizung?) und die nächsten Blätter anfertigen
  • wenn alle Farbtafeln gemalt sind: dann von unten nach oben vorgehend alle in ca. 3x3cm große Quadrate zerschneiden, je nach Ausgangsformat und ggf. auch die Größe individuell variieren.
  • damit dann eine Kollage machen
  • zuerst die Farben der 4 Farbpärchen der 4. Reihe verwenden
  • darauf können dann kleinere Felder der anderen Farbreihen geklebt werden, so dass alle Farbreihen in einer Kollage Verwendung finden können
  • dabei komponieren wir, versuchen einen Rhythmus und ein Gleichgewicht zu finden, einen Farbklang, eine Farbstimmung
  • danach auch andere Reihenfolgen ausprobieren

1. Besprechnung

  • anhand der schematischen Darstellung das Thema erläutern:
  • Licht ist elektromagnetische Strahlung; Elektromagnetische Strahlung umfasst sichtbares Licht (Wellenlängen zwischen etwa 380 nm (Violett) und 780 nm (Rot)), Infrarot- und Ultraviolettstrahlung.
  • 1 Nanometer (nm) = 10⁻⁹ Meter, also: ein Milliardstel Meter.
  • Das sichtbare Licht lässt sich in Spektralfarben zerlegen. Alle Farben zusammen ergeben also das sichtbare weiße Licht
  • aber auch die Komplementärfarben, also die sich einerseits ergänzen aber auch gegensätzlich sind, ergeben übereinander gelegt weißes Licht: Komplementäre Spektralfarben sind Farben, die sich gegenseitig ergänzen. Mischt man sie zusammen, entsteht weißes Licht.
  • Im einem Farbkreis oder einem physikalischen Farbschema zeigen, dass sich Komplementärfarben gegenüber liegen, sie sind immer warm und kalt nur Purpur und kaltes Grün sind ausgeglichen
  • Purpur und Magenta gibt es aber nicht im Sonnenlicht, es wird künstlich ergänzt zwischen warmem Rot und Violett
  • Klassische Komplementär-Pärchen sind:
  • Violett + Zitronengelb
  • Ultramarin + Orange
  • Cyan + Magenta (zwischen Rot und Violett)
  • mittleres Grün + Purpur (näher an Rot als an Violett)

Ggf. muss man sich die passende Farbe auch noch etwas anmischen, falls wir nicht genau diese als fertige Farbe haben, oder eine Gouache-Flasche verwenden.

Näheres zum Ergänzen zum weißen Licht:

Chatgpt zu Gelb + Violett = weißes Licht unter Idealbedingungen:

“- Gelbes Licht liegt ungefähr in der Mitte des sichtbaren Spektrums (ca. 570–590 nm).

  • Violettes Licht liegt am kurzwelligen Ende (ca. 400–430 nm).

Wenn du additive Farbmischung betrachtest (also das Mischen von Licht, nicht von Pigmenten), wird Weiß erzeugt, wenn die Mischung der beiden Lichter alle Zapfentypen im Auge ungefähr gleich stark anregt.

Gelbes Licht regt vor allem die roten und grünen Zapfen an.
Violettes Licht regt vor allem die blauen und etwas die roten Zapfen an.

Gemeinsam decken sie also alle drei Zapfentypen ab → das Gehirn interpretiert die Kombination als weiß oder zumindest als ein sehr helles, fast weißes Licht. “

  • Aber wenn man die Farben mischt, ergibt sich Braun und so auch mit allen 4 Komplementärfarben-Pärchen (die Tuben zur Hilfe nehmen)
  • Im Laufe des Unterrichts immer wieder die Pärchen abfragen und den Begriff “Komplementärfarben”

Aufwand 5-10min

Schema Lichtspektrum

2. jeweiligen Ablauf erklären und Zeigen

  • beim ersten Unterricht den gesamten Fahrplan grob erläutern, ggf. Ergebnisse zeigen
  • dann je nach Arbeitsstand nächste Schritte erläutern
Aufwand 5-10 min

3. Zeichnen von 8 Feldern

  • entweder mit dem Bleistift Papier senkrecht und waagerecht mittig teilen, dann nochmal jedes Feld waagerecht, so dass 8 Felder entstehen, wie auf den Bildern
  • das geht auch durch Falten, aber dann sind Knicke im Papier, die das Malen erschweren
  • für jüngere Kinder und bei wenig Zeit: Lehrer bereitet vor

4. Malen

  • Lehrer verteilt Farbe, ca. 10cent-Stück große Menge, also recht wenig zu Beginn. Vor allem Violett und Ultramarin braucht man wenig.

1. erst die beiden Spektralfarben ganz oben neben einander malen

2. dann die linke 4. Farbe ganz unten mischen als “Fast-Braun” (fehlt als Foto)

3. dann die 2 Farbnuancen dazwischen mischen, so dass der Unterschied zwischen den Tönen gleichmäßig ist

4. danach erst die rechte Reihe passend zur linken und genauso vorgehend mischen

  • so malen, dass klare Abstufungen zwischen den Schritten zu sehen sind, aber die Farben erst bei Stufe 4 ins Braune tendieren
  • linke und rechte Farbe sollen zusammen passen
  • ggf. 2. Schichten legen, wenn Farbnuance nicht stimmt, oder direkt mit der fehlenden Farbe rein malen
  • Regel: von der dunkleren Farbe braucht man immer weniger als von der hellen
  • dünn auftragen, damit schnell trocknet
  • ggf. 2 Pinsel verwenden um nicht zu waschen
  • fertige Blätter ggf. auf die Heizung legen, damit sie schneller trocknen

So mit 4 Farbpärchen vorgehen.

In den Bilder wurde eine Farbreihe mit warmem und eine Reihe mit kaltem Grün gemischt. Und nicht mit Cyan, weil kein warmes Rot vorhanden war. Ein Beispiel für letzteres, wobei aber das Rot auch etwas zu kalt ist, findet ihr in den Bildern ganz unten.

8 Felder zeichnen und Vorgehensweise beim Malen

5. Schneiden

  • bei jüngeren Kindern bzw. wenig Zeit schneidet der Lehrer in Streifen und Stücke
  • sonst den Schülern zeigen, wie man mit der Schneidematte messen kann und das Lineal und den Cutter benutzt
  • bevorzugt im Stehen schneiden um genug Druck auf den Cutter auszuüben
  • man kann auch ein Raster aufzeichnen mit dem Lineal, und dann mit der Schere schneiden
  • Quadrate 3×3 bzw. 3,5×3,5 bei A3-Papier und kleiner bei A4-Papier. So dass 6 ganze Farbfelder pro Farbnuance entstehen und ggf. noch halbe Streifen-Felder. Man kann auch versuchen 10 Farbfelder zu schneiden mit 2x2cm aus A3.
  • die Farbfelder/Farbtafeln auf der Rückseite beschriften, z.B. mit Name der Spektralfarbe und dann der Nummer des Mischgrads 1-4

Vorgehensweise beim Schneiden

6. Bildfeld zeichnen

  • man nimmt dann ein größeres Papier und zeichnet mittig ein Feld von 3×4 Felder, also 9x12cm oder eben 10,5x14cm, je nachdem wie groß die Farbfelder sind.
  • auf dem Beispielbild sind auch die einzelnen Kästchen eingezeichnet. Das vereinfacht das Austauschen und ordentliche Anordnen der farbfelder und ist zudem eine gute Übung für genaues Arbeiten

7. Kleben der 1. Schicht

  • aus den Quadraten der 4. Reihe aller Farbtafeln ein Feld von 3×4 oder 4×5 Feldern komponieren in der Mitte eines A4 oder A3-Papiers quer
  • Flüssigkleber muss dünn aufgetragen und mit einem weiteren Papier über das zu klebende Stück verteilt werden.
  • sonst ist es eine Kleberschlacht. Die Kinder drücken den halben Kleber aus
  • guter Klebestift von Uhu ist aber auch ok, vor allem wenn man dünneres Papier zum malen verwendet als 160gr.
  • zum Kleben die Schneideunterlagen weglegen
  • es ist meiner Meinung nach reizvoller die Stücke recht dicht aneinander zu kleben bzw. sehr bewusst mit dem Weißraum dazwischen umzugehen
  • Überlappungen sind auch möglich
  • schwarzer Karton als Untergrund wäre auch denkbar

Einzeichnen der Felder auf dem Trägerpapier und 1. Schicht anordnen

8. Kleben weiterer Schichten

  • ggf. kleinere Quadrate und Streifen der 3.-1. Reihe schneiden
  • diese sollen nach einem Raster geschnitten werden, also Z.B. halbiert oder gedrittelt werden, längs und/oder quer
  • dann AUF die erste Schicht der 4. Reihe anordnen bzw. mehrere Schichten anlegen, wobei die Felder immer kleiner werden, bis alle Farbstufen/ die Farbreihen 1-4 vorhanden sind
  • die erdigen Farben bilden eine Art Unterbau und die Spektralfarben setzen nur kleine Akzente
  • danach andere Zusammensetzungen, z.B. genau umgekehrt ausprobieren.
  • die Kinder können alles versuchen. Ggf. zwischendurch Fotos machen, falls Handys forhanden um sich dann für die beste Zusammensetzung als finales Bild zu entscheiden
  • Es geht um Farbstimmung, Rhythmus und Komposition
  • der Lehrer berät, ob der Rhythmus im Bild gut funktioniert
  • die Kinder sollen versuchen bewusst wahrzunehmen, wann ein Rhythmus für sie harmonisch wirkt und wann nicht, oder absichtlich andere Rhythmen erzeugen
  • ggf. können Farbtafeln nachgefertig werden um von bestimmten Farben mehr Farbfelder zu haben

weitere Schichten und andere Varianten

weiter führende Aufgaben

  • als nächsten Unterricht, könnte man nun ohne Kollage Farbfeld-Bilder direkt frei komponieren und die nötigen Farben “on the fly” mischen und direkt auf das Trägerpapier malen
  • oder etwas einfacher: man überträgt eine gelungene Kollage auf ein großes Papier oder eine Leinwand und übt dabei die Farbtöne direkt zu mischen und zu malen
  • Zuvor muss man die Felder einzeichnen

Ergebnisse und Arbeitsimpressionen 07.12.2025 Sonntagswerkstatt

  • In der Sonntagswerkstatt, was das Schneiden und Kleben etwas anders, da wir alles in einem Kurs fertig bekommen mussten
  • wir mussten Flüssigkleber verwenden, da die Klebestifte für das sperrige Papier zu schwach waren. Dann musste ich zeigen, wie man eine schmale Bahn Kleber mittig auf den Streifen aufträgt und die dann mit einem Papier in der Breite verteilt
  • Ich habe 2 Pinsel verwendet, für die warme und für die kalte Farbreihe jeweils einen anderen, um so wenig wie möglich zu waschen, da bei zu nassem Pinsel die Farbe nicht deckend aufgetragen wird